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Agnes Martin: Between the Lines (dt. Zwischen den Linien) ist ein 2002 produzierter Dokumentarfilm von Leon d'Avigdor über die kanadisch-amerikanische Malerin Agnes Martin (1912-2004), der am 12.02.2016 in einer erweiterten und vollständig überarbeiteten Fassung (jetzt mit deutschen Untertiteln) auf DVD erschienen ist.

Agnes Martin wird gemeinhin zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts gezählt. Einen Überblick über ihr Schaffen von den frühen Experimenten der 1950er Jahre bis zum Spätwerk gibt zur Zeit (2015/16) eine Retrospektive, die von der Tate Modern in London in Zusammenarbeit mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, dem Los Angeles County Museum of Art und dem Solomon R. Guggenheim Museum New York organisiert wurde. Dies ist die erste umfassende Werkschau der Künstlerin seit ihrem Tod.

Der Kern des Materials, der in dieser Doku gezeigt wird, entstand im Herbst 2002 in Taos, New Mexico, als Agnes Martin 90 Jahre alt war. Es besteht aus Interviews und seltenen Aufnahmen in ihrem Atelier. Abbildungen ihrer Gemälde, Archivmaterial, Zitate aus ihren Schriften sowie meditative Sequenzen des von ihr so geliebten Meeres runden den Film ab.

Den Schwerpunkt der Interviews bilden Agnes Martins tiefe Einsichten in fundamentale menschliche Erfahrungen wie Liebe, Religion und Spiritualität, Glück, Freundschaft, Undschuld und Tod sowie zentrale Aspekte ihres Lebensweges, ihres künstlerischen Schaffens und des kreativen Prozesses.

Es ist der Raum zwischen den Linien, auf den es ankommt.

Agnes Martin in Agnes Martin: Between the Lines.

Visueller Stil und Schnittrhythmus des Dokumentarfilms, unterstützt durch friedvolle und zugleich aussdruckssarke Musik, spiegeln die kontemplative Einfachheit und Klarheit der Bilder der Künstlerin wider. Die Interview-Sequenzen wurden - ausschließlich mit dem natürlichen Licht des Nordens von New Mexico - vor einem schwarzen Hintergrund gedreht. So kann sich der Zuschauer ohne Ablenkung ganz auf das außerordentliche Charisma und die Strahlkraft von Agnes Martins Augen und Gesicht und die Tiefe ihrer Menschlichkeit und Weisheit - durchsetzt mit zuweilen, im besten Sinne, kindlichem Humor - einlassen.

Im Anfang war nur Liebe. Sie erfüllte die Welt. Liebe erfüllte die Welt. Sie drängt in uns hinein, wie Luft. Das ist meine Religion. Ziemlich kurz, oder? Sie passt zu mir, ich habe sie selbst erfunden.

Agnes Martin in Agnes Martin: Between the Lines.

Agnes Martin (Screenshot aus dem Film)

Mittelpunkt des Films ist die Betrachtung von Agnes Martins Leben und Kunst als Transformationsweg, der schließlich in einen 'egolosen' Seinszustand mündete, der Akzeptanz, Bedürfnislosigkeit und Frieden in einem solchen Maße ausstrahlte, dass dies für jeden, der ihr begegnen durfte, unmittelbar spürbar wurde. Eine Erfahrung, die sich auch im Film überträgt. Durch den filmischen Dialog der Interviews mit Werken der Künstlerin wird eindrucksvoll klar: Die Bilder, die in Kontemplation entstanden und sich über Jahrzehnte auf eine bestimmte Größe und Formsprache (hauptsächlich Linien mit Zwischenräumen) beschränkten, und der damit einhergehende geistig-kreative Prozess waren sowohl Träger als auch Boten dieses Weges. Dennoch erfahren wir von Agnes Martin, dass sie ihr Werk nicht als spirituell oder mystisch betrachtete: "Nein, es ist nicht spirituell. Ich male einfach konkrete Repräsentationen abstrakter Gefühle". Für sie war es ihre ganz natürliche Art schöpferisch zu leben, die - jenseits aller Label und Definitionen - nichts braucht als einfach zu sein. Dies entspricht der außerordentlichen Bescheidenheit und Einfachheit von Agnes Martins Lebensweise, die exemplarisch daran verdeutlicht werden kann, dass sie trotz beträchtlichen Wohlstandes zum Zeitpunkt der Entstehung der Interviews in einem spärlich möblierten Appartment in einer schlichten Seniorensiedlung in Taos lebte.

Agnes Martin (Screenshots aus dem Film)

Agnes Martin: Between the Lines ist, wie die von Agnes Martin geschaffene zeitlose Kunst, eine tiefe Reise 'dem Inneren entgegen' und enthüllt den einzigartigen Weg, den sie in Leben und Werk gegangen ist. Der Film lädt sein Publikum auf eine kontemplative Begegnung mit dieser außerordentlichen Künstlerin und ihrem menschlichen Wesen ein.

Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln

Credits:

Produktion und Regie: Leon d'Avigdor
Kamera und Regie-Assistenz: Jessica d'Avigdor
Editing: Olga Richter
Sound Editing und Mischung: Martin Rieger
Musik: Chris Zabriskie, Lee Rosevere, Leon d'Avigdor, Kai Engel, Kevin MacLeod, Benjamin Tissot
(c) 2002-2015 Leon d'Avigdor Film - Alle Rechte vorbehalten

Screenings und Festivals:

Ausschnitte der Doku wurden an der Kunstsammlung NRW Düsseldorf im Begleitprogramm der Ausstellung für 3 Monate bis 06.03.2016 gezeigt. Weitere Infos über die Ausstellung hier.

Semi-Finalist beim Santa Barbara Fine Arts Film Festival (Screening am 17. Juli 2016).

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Leon d'Avigdor Film ist eine Filmproduktion mit Sitz in München und einer nord-amerikanischen Repräsentanz in Taos, New Mexico.

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